Im besten Fall ist Ihre Organisation bereits Mitglied des Bedrohungsmanagement-Netzwerks und/oder verfügt über ein eigenes internes Bedrohungsmanagement. Wenden Sie sich zunächst an die jeweilige Ansprechperson (Erstbewerter:in) in Ihrer Organisation oder an Ihre Vorgesetzte/Ihren Vorgesetzten.

Wenn Sie sich bedroht fühlen und keine Ansprechperson in Ihrer Organisation haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Polizei oder eine passende Beratungsstelle (z. B. Krisendienst Mittelfranken, Frauenberatungsstelle). Unter Infos zum BM > Kooperationspartner:innen können sie auf das Logo der jeweiligen Organisation klicken und gelangen so auf die entsprechende Website.

Die Erstbewerter:innen in Ihrer Organisation verfügen über das nötige Wissen für eine Ersteinschätzung von bedrohlichen Situationen. In manchen Fällen müssen jedoch weitere Informationen eingeholt  werden, um die Situation besser einschätzen zu können. In solchen Fällen können sich die Erstbewerter:innen an die Kontakt- und Meldestelle des Bedrohungsmanagement Mittelfranken wenden, die je nach Situation berät, unterstützt oder über das weitere Vorgehen entscheidet.

Das Bedrohungsmanagement-Netzwerk ist an den Förderverein Ambulante Krisenhilfe e.V. angebunden, zu dem unter anderem auch der Krisendienst Mittelfranken gehört. Aufgrund seiner guten Erreichbarkeit und der fachlichen Expertise seiner Mitarbeitenden vertritt der Krisendienst Mittelfranken die Kontakt- und Meldestelle des Bedrohungsmanagement, wenn diese nicht erreichbar ist.

Nein, das Bedrohungsmanagement Mittelfranken ist ein eigenständiger Bereich des Fördervereins Ambulante Krisenhilfe e.V., zu dem unter anderem auch der Krisendienst Mittelfranken gehört. Aufgrund der Entstehungsgeschichte des Netzwerks besteht jedoch nach wie vor eine enge Verbindung zwischen dem Krisendienst Mittelfranken und dem BM. Einer der Initiator:innen des Bedrohungsmanagement-Netzwerks, Dipl.-Psych. Heiner Dehner, war zum damaligen Zeitpunkt Geschäftsführer des Krisendienstes Mittelfranken und Vorstand des Födervereins Ambulante Krisenhilfe e.V. 

Die Netzwerksteuerung tauscht sich regelmäßig mit dem Kernteam über aktuelle und relevante Themen des Bedrohungsmanagements aus und organisiert, häufig in Abstimmung mit dem Kernteam, interessante Vorträge und Fortbildungen. Darüber hinaus können alle Erstbewerter:innen zu jeder Zeit eigene Themen und Vorschläge in das Netzwerk einbringen.

In der Grundlagenschulung „Erstbewertung im Bedrohungsmanagement“ erlernen Mitarbeitende Tools, um bedrohliches Verhalten besser einschätzen zu können. Zudem lernen sie Risikofaktoren, Warnverhaltensweisen und die Strukturen des Bedrohungsmanagements kennen.

Erstbewerter:innen stehen ihren Kolleg:innen als Ansprechpersonen in bedrohlichen Situationen unterstützend und beratend zur Seite und übernehmen, falls notwendig, die Ersteinschätzung.

Das Kernteam setzt sich aus besonders geschulten und erfahrenen Fachkräften im Bedrohungsmanagement zusammen. Es trifft sich alle zwei bis drei Monate, um aktuelle Themen zu besprechen, strategische Impulse zu setzen und die Qualität der Netzwerkarbeit zu sichern. Als zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung des Netzwerks trägt es zur Professionalisierung und Wirksamkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit bei.

Eine fundierte Informationssammlung und -dokumentation ist zentral im Bedrohungsmanagement. Je mehr relevante Daten zu einer Situation vorliegen, desto verlässlicher lässt sich diese einschätzen. Besonders bei Fällen mit mehreren beteiligten Personen/Institutionen ist eine strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation unerlässlich.

Das Bedrohungsmanagement Mittelfranken arbeitet auf der Grundlage vertraulicher Zusammenarbeit. Der Schutz der Privatsphäre von potenziellen Opfern, Täter:innen und weiteren beteiligten Personen hat oberste Priorität. Erst wenn eine Situation als Hochrisikofall eingestuft wird und ein Fallteam einberufen werden soll, erfolgt ein gezielter Informationsaustausch unter den fallverantwortlichen Fachkräften. In diesem Fall überwiegt das Ziel der Gefahrenabwehr den Datenschutz. Um diesen Austausch rechtlich abzusichern, wurde gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet, die heute fester Bestandteil der Zusammenarbeit im Netzwerk ist.

Wir freuen uns, dass Sie von unserem Netzwerk überzeugt sind. Gerne kommen wir für ein kostenloses und persönliches Informationsgespräch zu Ihnen in die Organisation. Bitte kontaktieren Sie uns für nähere Informationen.